Obernburg,
den 24. Juni 2009
Keine
Brücke in Kirschfurt – Grüne fordern:
Zukunftsperspektive
des Südspessarts sichern durch regional sinnvolle Brücke und Ausbau der
Betreuungs- und Bildungsangebote
Pressemitteilung
Obernburg am
Main. „Ungenügend und nicht umsetzbar“ – so lautet das Urteil der
Grünen-Kreistagsfraktion zum von Staatsregierung und Kreis-CSU protegierten
Brückenstandort Kirschfurt. Nach Ortsterminen von Petra Münzel und Jens Marco
Scherf sowie dem Abgeordneten Thomas Mütze im Südspessart mit der
Bürgerinitiative und Bürgermeister Dietmar Wolz (Dorfprozelten) traf sich die
vierköpfige Fraktion in Obernburg zur Auswertung und formulierten sinnvolle
Alternativen für den Südspessart.
„Der
geplante Brückenbau in Kirschfurt ist schlichtweg nicht akzeptabel, da die
Belastung für die Anwohner unzumutbar hoch ist und die Südspessartgemeinden wie
Collenberg, Dorf- oder Stadtprozelten durch zusätzlichen Verkehr noch stärker
belastet werden“, fasste Hannelore Kreuzer zusammen. Mit der Brücke in
Kirschfurt, so die Befürchtung der Kreis-Grünen, werde zwar Freudenberg
entlastet, jedoch auf nördlicher Mainseite zusätzlicher Verkehr angezogen.
„Dadurch werden zusätzliche Umgehungsstraßen notwendig, die derzeit weder
finanzierbar sind noch mit einem Ausbau des Tourismus vereinbar sind“, erklärte
Petra Münzel. Leidtragende, so die Befürchtung der Grünen, wären die Menschen
im Südspessart.
Zwar
sind die Grünen grundsätzlich kritisch gegenüber dem Bau neuer Straßen, jedoch
offen für regional notwendige Lösungen, die vor Ort helfen, so Marion Becker.
Eine Anfrage des Abgeordneten Thomas Mütze auf Initiative der Kreis-Fraktion
hat ergeben, dass die Staatsregierung den Standort bei Dorfprozelten ablehnt,
da dieser keine überregionale Bedeutung habe. „Uns geht es eben nicht um eine
überregionale Lösung mit neuen Verkehrsströmen, sondern um eine umwelt- und
menschenverträgliche Lösung regionaler Verkehrsprobleme im Südspessart, weshalb
der Standort Dorfprozelten unter Rücksicht auf das dortige
Flora-Fauna-Habitat-Gebiet zu prüfen ist“, erklärte Jens Marco Scherf. Grundsätzlich
fordern die Grünen, dass man sich von der Illusion lösen müsse, durch eine neue
Brücke neue Arbeitsplätze ansiedeln zu können. Leer stehende Gewerbegebiete
beweisen das Gegenteil, so Hannelore Kreuzer. Hingegen geht es für den
Südspessart darum, zum einen vorhandene Industrie zu stärken, was durch die
Umgehung in Faulbach geschieht, zum anderen muss der Tourismus als Standbein
ausgebaut werden, forderte Fraktionssprecher Scherf . Neben einer regional
sinnvollen Brücke muss der Ausbau der Westfrankenbahn fortgeführt werden durch
eine deutliche Beschleunigung der Verbindung nach Aschaffenburg und einen
attraktiven Ausbau des Güterverkehrs, konkretisieren die Grünen eine alte
Forderung.
Petra
Münzel nahm die Sorge des Dorfprozeltener Bürgermeisters Dietmar Wolz auf, dass
der Südspessart seine Zukunftsperspektive verliere und zunehmend Familien
wegziehen könnten. „Neben der Verkehrsinfrastruktur gehört zu einer Sicherung
der Zukunft des Südspessarts als Region der Ausbau der Betreuungsangebote für
Familien und eine langfristige Stärkung der einzigen weiterführenden Schule im
Südspessart. Statt von oben verordneter Schema-F-Lösungen brauchen wir Freiheit
für die Schulentwicklung und ein Mittlere-Reife-Angebot mit Ganztagsförderung
im Südspessart an der Faulbacher Hauptschule“, betonte Petra Münzel.