Wörth am Main, den 24. Juli 2008
Pressemitteilung
Einsatz für einen gentechnikfreien
Landkreis – Schutz der Bevölkerung, der Bauern und Imker Ziel der Grünen
Landkreis Miltenberg. Nicht nachlassen wird die Kreistagsfraktion
der Grünen in ihrem Bemühen um einen gentechnikfreien Landkreis Miltenberg.
Neben dieser Initiative stand der Geschäftsbericht der
Miltenberger Sparkasse mit den beachtlichen Einsparungen beim Personal sowie
die Auswirkungen der Milliardenverluste der BayernLB
auf das Kreditinstitut des Landkreises im Mittelpunkt der Fraktionssitzung am
Donnerstag in Wörth.
„Ein drohender Schaden durch
die Agro-Gentechnik für die Bevölkerung, unsere Bauern
und Imker muss verhindert werden“, erklärte Fraktionssprecher Jens Marco
Scherf. Nicht nur, dass der Landkreis in
seinen Einrichtungen selbst auf gentechnisch veränderte Lebensmittel verzichten
soll, wollen die Grünen erreichen, sondern ein Bündnis aller Gemeinden und
Landwirte gegen Gentechnik in Landwirtschaft und in Lebensmitteln ist das
ehrgeizige Ziel. Neben dem
Verbraucherwunsch Nummer 1 nach gentechnikfreien Lebensmittel gehe es den
Grünen auch darum, so Kreisrat Scherf, „die Unabhängigkeit und Existenzfähigkeit
unserer Landwirte vor der monopolistisch strukturierten Großagrarindustrie zu
schützen, genauso wie unsere Imker und ihre empfindlichen Bienenvölker.“ Ein
Landkreis, der auf Tourismus setzen wolle und mit Wein und dem guten Essen ein
qualitativ hochwertiges Angebot für Gäste schaffen wolle, dürfe nicht wie
andere erfolgreiche Tourismusregionen das unkalkulierbare Risiko der Agro-Gentechnik ausschließen, betonten die Grünen.
Antrag im Kreistag teilweise angenommen
Am Freitag, den 25. Juli,
wurde im Kreisausschuss der Antrag der Grünen zum gentechnikfreien Landkreis
teilweise angenommen. Nach einer inhaltlich interessanten Debatte fand sich ein
Kompromiss. Der Landkreis erklärt die Absicht, dass er in allen seinen
Einrichtungen wie der Kantine im Landratsamt oder in den Realschulen und
Gymnasien keine gentechnisch veränderten Lebensmittel anbietet. In der
vorhergehenden Debatte hatte sich der Vertreter der Neuen Mitte noch klar zur Agro-Gentechnik und deren breiten Einsatz bekannt.
Klare Aussagen zur Sparkasse gefordert – Kritik am
Personalabbau
Der
bereits schriftlich vorliegende Geschäftsbericht der Sparkasse wurde von den
Grünen-Kreisräten und Steffen Scholz von der ödp
intensiv diskutiert. „Es ist mehr als verwunderlich, dass im Bericht mit keinem
Wort die Beteiligung unserer Sparkasse an der Bayerischen Landesbank erwähnt
wird“, stellte die stellvertretende Fraktionssprecherin Petra Münzel fest und
erwartet in der Aussprache am kommenden Montag im Kreistag klare Aussagen von
Seiten des Landrats und der Geschäftsleitung. „Es ist für die Öffentlichkeit
von großem Interesse zu erfahren, wie sich der die 5-Milliarden-Grenze
übersteigende Verlust der BayernLB auf die
Miltenberger Sparkasse und ihre Vermögenslage durch die 0,5%-Beteiligung
auswirkt“, betonte Münzel.
Große
Einsparungen erreichte die Sparkasse im vergangenen Jahr beim Personal, wie die
Grünen feststellten. „Wenn ein Unternehmen sparen muss, dann darf dies nicht
nur auf Kosten des Personals und damit der Menschen im Landkreis Miltenberg
geschehen. Diese Verpflichtung gilt ganz besonders für eine Sparkasse, die dem
Landkreis Miltenberg gehört“, betonte Jens Marco Scherf und wandte sich
entschieden gegen weitere gravierende Personaleinsparungen.
Entschieden wandte sich
Petra Münzel gegen die von der Landkreisverwaltung beabsichtigte Erhöhung der
Mindestmenge beim Restmüll. „Eine Erhöhung der Mindestmenge wäre das absolut
falsche Zeichen. Unser Ziel muss es sein, durch noch bessere Verwertung den
Restmüll zu verringern“, erklärte Kreisrätin Münzel ihr Veto gegen die Pläne
der Landkreisverwaltung.
Jens Marco Scherf