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Jens Marco Scherf - Stadtrat & Kreisrat

Bündnis 90 / DIE GRÜNEN

Kreistagsfraktion

www.fraktion.gruene-miltenberg.de

 

Carl-Wiesmann-Str. 11

63939 Wörth am Main

09372/921961  

jemascherf@aol.com

 

Wörth am Main, den 14. März 2009

 

 

Pressemitteilung

 

Kreis Miltenberg. Massive Kritik übt die Kreistagsfraktion der Grünen nach einer Sondersitzung in Wörth zum Kahlschlag der Sparkasse im Landkreis Miltenberg und der Schließung von einem Drittel aller Geschäftsstellen. In einem offenen Brief wenden sich die Grünen mit einem Fragenkatalog an die Verantwortlichen.

 

Fraktionsvorsitzender Jens Marco Scherf zeigt kein Verständnis für die Entscheidung: „Es ist ein Hohn, den Rückzug aus vielen kleinen Gemeinden und aus den Ortskernen als Erfolgsstrategie zu verkaufen. Dies schwächt unsere Sparkasse und die Ränder unseres Landkreises! Verlierer sind besonders die Menschen in den Höhengemeinden des Odenwalds und im Südspessart, denn sie verlieren eine Bank vor Ort und ihre Gemeinden bluten weiter aus. So gibt die Sparkasse einen Teil ihrer Stärke, die Kundennähe, auf und entwickelt sich zur Autofahrerbank“, beklagte Scherf den Rückzug der Sparkasse aus vielen Orten im Landkreis.

Kreisrätin Petra Münzel belegte, dass die in einer CSU-Kreiskonferenz skizzierte Stärkung des ländlichen Raums nur Augenwischerei sei: „Die Politik der Staatsregierung wird in einigen Jahren zu einer dramatischen Welle von Schulschließungen führen. Die verfehlte Gesundheitspolitik im Bund und im Landkreis mit dem Verkauf der Krankenhäuser an eine Aktiengesellschaft führen zu einer zunehmenden Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Und jetzt zieht sich nach der Post auch noch die Sparkasse aus den kleinen Orten und aus den Rändern des Landkreises zurück.“ Diese Politik gefährdet nach Ansicht der Grünen in der Summe die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums und lasse die Menschen im Stich, betonte Petra Münzel.

Kritik an der Entscheidung im Verwaltungsrat formulierte Kreisrätin Marion Becker: „Jetzt wird klar, warum die drei Parteien CSU, SPD und Freie Wähler die Verwaltungsratssitze unter sich aufgeteilt und die Grünen als kritische Fraktion bewusst ausgegrenzt haben! So konnte in aller Stille dieser Kahlschlag ausgetüftelt werden“, kritisierte Marion Becker.

Mehr als irritierend ist für die Grünen die Frage der Arbeitsplätze bei der Sparkasse. Marion Becker zeigt sich irritiert: „Auf Frage der Grünen verneinte Landrat Schwing im Kreistag einen möglichen erneuten Stellenabbau, wohingegen sich Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Feußner zu Einsparungen beim Personal öffentlich bekennt. Was stimmt nun?“

Um diese Frage sowie weitere Auswirkungen der Aufgabe vieler Geschäftsstellen zu klären, formulierten die Grünen einen offenen Brief mit einem neun Fragen umfassenden Fragenkatalog an die Verantwortlichen für die heimische Sparkasse, Landrat Schwing und Vorstandsvorsitzender Feußner. „Auch der für uns offensichtliche Zusammenhang zwischen dem Millirden-Debakel der BayernLB und dem Sparkassen-Kahlschlag im Landkreis muss geklärt werden“, forderte Jens Marco Scherf.