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Jens Marco Scherf - Stadtrat & Kreisrat |
Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Kreistagsfraktion www.fraktion.gruene-miltenberg.de
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Wörth am Main, den 14. März 2009
Pressemitteilung
Kreis Miltenberg. Massive
Kritik übt die Kreistagsfraktion der Grünen nach einer Sondersitzung in Wörth zum
Kahlschlag der Sparkasse im Landkreis Miltenberg und der Schließung von einem
Drittel aller Geschäftsstellen. In einem offenen Brief wenden sich die Grünen mit
einem Fragenkatalog an die Verantwortlichen.
Fraktionsvorsitzender Jens
Marco Scherf zeigt kein Verständnis für die Entscheidung: „Es ist ein Hohn, den
Rückzug aus vielen kleinen Gemeinden und aus den Ortskernen als
Erfolgsstrategie zu verkaufen. Dies schwächt unsere Sparkasse und die Ränder
unseres Landkreises! Verlierer sind besonders die Menschen in den
Höhengemeinden des Odenwalds und im Südspessart, denn sie verlieren eine Bank
vor Ort und ihre Gemeinden bluten weiter aus. So gibt die Sparkasse einen Teil ihrer
Stärke, die Kundennähe, auf und entwickelt sich zur Autofahrerbank“, beklagte
Scherf den Rückzug der Sparkasse aus vielen Orten im Landkreis.
Kreisrätin Petra Münzel
belegte, dass die in einer CSU-Kreiskonferenz skizzierte Stärkung des
ländlichen Raums nur Augenwischerei sei: „Die Politik der Staatsregierung wird
in einigen Jahren zu einer dramatischen Welle von Schulschließungen führen. Die
verfehlte Gesundheitspolitik im Bund und im Landkreis mit dem Verkauf der
Krankenhäuser an eine Aktiengesellschaft führen zu einer zunehmenden
Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Und jetzt zieht sich nach der
Post auch noch die Sparkasse aus den kleinen Orten und aus den Rändern des
Landkreises zurück.“ Diese Politik gefährdet nach Ansicht der Grünen in der
Summe die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums und lasse die Menschen im
Stich, betonte Petra Münzel.
Kritik an der Entscheidung
im Verwaltungsrat formulierte Kreisrätin Marion Becker: „Jetzt wird klar, warum
die drei Parteien CSU, SPD und Freie Wähler die Verwaltungsratssitze unter sich
aufgeteilt und die Grünen als kritische Fraktion bewusst ausgegrenzt haben! So
konnte in aller Stille dieser Kahlschlag ausgetüftelt werden“, kritisierte
Marion Becker.
Mehr als irritierend ist für
die Grünen die Frage der Arbeitsplätze bei der Sparkasse. Marion Becker zeigt
sich irritiert: „Auf Frage der Grünen verneinte Landrat Schwing im Kreistag
einen möglichen erneuten Stellenabbau, wohingegen sich
Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Feußner zu
Einsparungen beim Personal öffentlich bekennt. Was stimmt nun?“
Um diese Frage sowie weitere
Auswirkungen der Aufgabe vieler Geschäftsstellen zu klären, formulierten die
Grünen einen offenen Brief mit einem neun Fragen umfassenden Fragenkatalog an
die Verantwortlichen für die heimische Sparkasse, Landrat Schwing und Vorstandsvorsitzender
Feußner. „Auch der für uns offensichtliche
Zusammenhang zwischen dem Millirden-Debakel der BayernLB und dem Sparkassen-Kahlschlag im Landkreis muss
geklärt werden“, forderte Jens Marco Scherf.