Jens Marco Scherf

Wörth am Main, den 23. Februar 2009

 

Pressemitteilung

Sicherheit für die Westfrankenbahn gefordert – Grünes „Ja“ zu stabil niedriger Kreisumlage: Weitere Senkung „falsches Signal in Krise“

 

Landkreis Miltenberg. „Ja“ sagt die Kreisfraktion der Grünen zur Beibehaltung der Kreisumlage von 44%, die die Gemeinden an den Landkreis zahlen müssen. „Eine weitere Absenkung wäre das falsche Signal in der Krise, deren Folgen für den Sozialhaushalt des Kreises und die Steuerkraft im Landkreis unabsehbar sind, das falsche Signal, erklärte Fraktionssprecher Jens Marco Scherf.

 

Ausschlaggebend ist für die Grünen zudem die im bayernweiten Vergleich sehr hohe Verschuldung des Landkreises. „Dies und die vor uns liegenden Investitionen in die energetische Sanierung unserer Gebäude oder die Sanierung der Berufsschule lassen keinen Spielrau für kurzfristig angedachte Senkungen“, erklärte Kreisrätin xy. Xy wies darauf hin, dass im aktuellen Haushalt Verwerfungen im Sozial- und Jugendhilfeetat durch die Bankenkrise noch nicht berücksichtigt sind, weshalb aktuell vorhandene Rücklagen schnell aufgebraucht sein können.

Die Grünen begrüßen ausdrücklich, dass Maßnahmen des Landkreises im Rahmen des Konjunkturpakets II sich auf energetische Sanierungen konzentrieren. „Initiativen und Anträge der Grünen in diese Richtung waren in den vergangenen Jahren richtungsweisend, wovon nun der Landkreis durch gute Vorarbeit profitiert“, erklärte yx.

Petra Münzel jedoch kritisierte den Modus der Geldvergabe: „Das ist nicht nachvollziehbar, wenn eine Kommission in Würzburg ohne demokratische Legitimation hier einzelne Projekte auswählt!“ Die meisten Projekte aus den Gemeinden des Landkreises werden wohl leer ausgehen, befürchten die Grünen. „Es wäre besser gewesen, die Kräfte im Landkreis zu bündeln und im Rahmen einer Landkreis-Konferenz besonders gute Projekte auszuwählen, die dann vom Kreistag hätten unterstützt und legitimiert werden können“, betonte Petra Münzel.

Die Verteilung der Gelder auf die bayrischen Bezirke nach Einwohnerzahl wird von den Grünen heftig gegeißelt: „Das ist das pure Gießkannenprinzip, wenn Regionen wie der Speckgürtel um München herum genauso behandelt werden wie der bayerische Untermain. So wird die einmalige Chance, Strukturnachteile auszugleichen, vergeben. Das ist ein Skandal!“, kritisierte Petra Münzel.

Initiativen für Planungssicherheit für die Westfrankenbahn werden von den Grünen ausdrücklich unterstützt. „Ein regionales Unternehmen wie die Westfrankenbahn kann nicht Millionen in die Zweigleisigkeit oder Elektrifizierung investieren, wenn sie Sorge haben muss, in zwei Jahren den Auftrag an ein Unternehmen mit Dumpinglöhnen und minderer Servicequalität zu verlieren“, erklärte Jens Marco Scherf und forderte: „In der Ausschreibung müssen die Standards festgelegt werden und die Länder Bayern und Baden-Württemberg müssen sich endlich auf eine gemeinsame Linie einigen. Kurzfristig ist das die Staatsregierung gefordert und muss in Übereinstimmung mit den EU-Richtlinien den Vertrag mit der Westfrankenbahn bis zum Jahr 2020 fortschreiben. Nur so lassen sich Investitionen in die Infrastruktur realisieren.“